Eminex®
Eminex® unterdrückt die Methan- und CO2-Emissionen während der Güllelagerung und hilft damit klimaschädliche Emissionen zu vermeiden.
Durch den Einsatz von Eminex® kann in der 100 Jahre Betrachtung (GWP-100) eine Treibhausgasreduktion von 81,5 kg CO2eq/m³ Gülle erzielt werden.
In der 20 Jahre Betrachtung (GWP-20) werden im Schnitt sogar mehr als 240 kg CO2eq/m³ Gülle eingespart. Somit leistet Eminex®einen großen Beitrag für die kurzfristig zu erreichenden Klimaziele.
Allgemein
- Langfristige Unterdrückung von Methan- und CO2-Emissionen während der Lagerung
Eminex® hemmt zuverlässig 90 – 100 % der Methan- und CO2-Emissionen und ermöglicht somit eine umwelt- und klimaschonende Lagerung der Gülle. - Verbesserte Güllequalität
Die mit Eminex® behandelte Gülle weist folgende positive Eigenschaften auf: Geringeres Lagervolumen, Verbesserte Fließfähigkeit, Homogenere Gülle, Vermeidung von Schwimmschicht- und Schaumbildung. Diese Eigenschaften führen zu einer Zeit- und Kostenersparnis während des Aufrührens. - Verbesserte Düngewirkung der Gülle
Eminex® erhöht die Stickstoffeffizienz durch eine homogenere Nährstoffverteilung und die Kombination von mineralisch und organisch gebundenem Stickstoff. - Mehr Arbeitssicherheit und Tierwohl durch geringere H2S-Emissionen im Schweinestall
Eminex® vermindert gefährliche H2S-Emissionen während des Ablassens und verringert somit die Vergiftungsgefahr im Stall für Mensch und Tier.
Wirkung
- Hemmt zuverlässig 90–100 % der Methan-, CO2 - und Lachgas-Emissionen während der Güllelagerung
- Umwelt- und klimaschonende Lagerung von Gülle
- Erhöht die Sicherheit von abgedeckten Lagerbehältnissen
- Speichert das Methanpotenzial für eine spätere Nutzung in der Biogasanlage
- Studie zur Emissionsvermeidung mithilfe von Calcium Cyanamid: Felix Holtkamp, Joachim Clemens, Manfred Trimborn (2023). Calcium cyanamide reduces methane and other trace gases during long-term storage of dairy cattle and fattening pig slurry. Waste Management, Volume 161, Pages 61-71.
- Calcium cyanamide reduces methane and other trace gases during long-term storage of dairy cattle and fattening pig slurry (sciencedirectassets.com)
- Vermeidet die Bildung von Schaum und Schwimmschicht
- Bereits vorhandener Schaum fällt in sich zusammen
- Optimale Ausnutzung der Lagerkapazitäten
- Mehr Fließfähigkeit und Homogenität ermöglichen ein besseres Handling der Gülle
- Zeit- und Kostenersparnis durch geringeres Aufrühren
- Kombiniert organische und mineralische Düngung in einem Arbeitsgang
- Mehr pflanzenverfügbarer Stickstoff und homogenere Nährstoffverteilung in der Gülle sorgen für eine gleichmäßige Düngewirkung
- Aktiviert das Bodenleben durch mehr leicht abbaubare, energiereiche Kohlenstoffverbindungen
- Stabilisiert den Ammoniumstickstoff in der Gülle
- Geringere Geruchsbelästigung
- Besseres Stallklima fördert die Fressleistung der Tiere
- Geringere Vergiftungsgefahr durch weniger gefährliche Schwefelwasserstoff-Emissionen während des Ablassens und des Aufrührens
Anwendungsempfehlung
Anwendung direkt im Güllelager oder Güllekeller
AUFWANDMENGE
2 kg Eminex® je m3 vorhandener Gülle während des Aufrührens
100 Kühe
= 1.200 m3 Lagerraum
300 m3 Restgülle
* 2 kg/m3 Eminex®
→600 kg Eminex®
ALLGEMEINE HINWEISE
- Die Aufwandmenge bezieht sich immer auf die zum Anwendungszeitpunkt in der Grube befindliche Güllemenge.
- Eminex® kann eingebracht werden, sobald die Gülle bewegt werden kann.
- Eminex® langsam während des Aufrührens in das Güllelager einbringen – Entleerung eines Big Bags über mindestens 30 Minuten.
- Bei Güllekanälen über 300 Metern Länge empfiehlt sich Eminex® an zwei Stellen zu dosieren.
- Eminex® immer hinter dem Rührwerk, in den wegfließenden Güllestrom, dosieren.
- Eminex® nicht in größeren Mengen in die ruhende Gülle geben – Gefahr von Krustenbildung / Verklumpung.
SICHERHEITSHINWEISE
- Die Tiere dürfen nicht in Kontakt mit Eminex® kommen.
- Beim Umgang mit Gülle/Flüssigmist gelten die Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln der Berufsgenossenschaften.
Kontinuierliche Dosierung
- Dosierung erfolgt mittels Eminex® Dosierautomat.
- Eine Dosierung mittels Dosierautomat ist immer möglich, wenn kontinuierlich Gülle vom Stall in die Güllegrube fließt (z. B. Schwemmentmistung, Schieberentmistung).
- Mittels Dosiersteuerung wird die neu anfallende Gülle direkt mit 1 kg Eminex® je m³ Gülle behandelt.
- Die Zugabe erfolgt in 3 bis 4 Portionen je Stunde verteilt auf die Gülleoberfläche:
- Bei Schwemmentmistung vor der Staustufe
- Bei Schieberentmistung in den Abwurfschacht des Schiebers
Anwendung direkt im Güllelager
AUFWANDMENGE
2 kg Eminex® je m3 Restgülle
1.000 m2 Maststall
= 1.000 Mastplätze
100 m3 Restgülle
* 2 kg Eminex®
→200 kg Eminex®
ALLGEMEINE HINWEISE
- Die Anwendung von Eminex® erfolgt im leeren Stall vor dem Einstallen der Tiere und nach dem Ablassen der Gülle.
- Eminex® gleichmäßig über den Spalten verteilen.
- Sofort nach der Ausbringung Eminex® mit ausreichend Wasser in den Güllekeller spülen.
SICHERHEITSHINWEISE
- Keine Anwendungen von Eminex® im belegten Stall vornehmen.
- Die Tiere dürfen nicht in Kontakt mit Eminex® kommen.
- Eminex® nicht auf den Spalten einwirken lassen.
- Die lagernde Gülle nicht aufrühren, wenn sich Menschen oder Tiere in den Stallungen befinden.
- Beim Umgang mit Gülle / Flüssigmist gelten die Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln der Berufsgenossenschaften.
Ihre Ansprechpartner
Henry Becker
Anwendungsberater
Niedersachsen (ohne Weser-Ems), Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Hessen
Reg.-Bezirke: Magdeburg, Kassel
Dominik Galster
Anwendungsberater
Thüringen und Bayern
Reg.-Bezirk: Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken
Otto Lange
Heiko Ludwig
Anwendungsberater
Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen und Sachsen-Anhalt
Reg.-Bezirk: Dessau, Halle
Martin Reimann
Anwendungsberater
Nordrhein-Westfalen
Weser-Ems, Bremen
Georg Reichart
Vanessa Wardenga
Anwendungsberater
Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen
Ernst Bommer
Anwendungsberater
Baden-Württemberg und Bayern
Reg.-Bezirke: Oberbayern, Niederbayern, Schwaben
Bernhard Fuchs
Leitung Außendienst und Vertrieb Deutschland, Österreich, Schweiz
FAQ
Eminex® ist ein Aufbereitungshilfsmittel auf Basis von Calciumcyanamid, das während der Güllelagerung eingesetzt wird. Eminex® reduziert Methan-, CO2- und Lachgasemissionen während der Lagerung.
Eminex® ist als Aufbereitungshilfsmittel zur Verringerung von Methanemissionen bei der Lagerung flüssiger Wirtschaftsdünger (enthält Calciumcyanamid) nach Anhang 2, Tabelle 8.1, Nummer 8.1.9 DüMV eingestuft. Eminex® darf daher in der Bundesrepublik Deutschland sowie in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ohne Einschränkungen als Aufbereitungsmittel vertrieben werden.
Eminex® wird langsam während des Aufrührens in die Güllegrube oder in den Güllekeller zudosiert.
Winterlagerung:
Zugabe von 2 kg Eminex® je m³ vorhandener Gülle zu Beginn der Lagerzeit, d. h. zu Beginn der Sperrfrist (Ø ca. 0,5 kg/m³ Gülle). Eminex® vermindert über die nächsten sechs Monate THG-Emissionen – auch wenn zwischenzeitlich ein Teil der Gülle ausgebracht wird.
Sommerlagerung:
Zugabe von 2 kg Eminex® je m³ vorhandener Gülle nach jeder zweiten Gülleausbringung (Ø ca. 1 kg/m³ Gülle).
Alternativ:
Kontinuierliche, ganzjährige Behandlung der neu anfallenden Gülle mit 1 kg Eminex® je m³ Gülle (Ø ca. 1 kg/m³ Gülle).
Nein, Eminex® hat keine negativen Auswirkungen auf Boden und Bodenleben. Mit Eminex® behandelte Gülle weist sogar einen deutlich höheren Kohlenstoffgehalt auf. Das verbessert Bodenstruktur, Nährstoffversorgung und Wasserhaltevermögen.
Eminex® reduziert die Methanemissionen während der Güllelagerung um über 90 %.
Der Kohlenstoff, der nicht in Form von Methan und CO2 emittiert wird, verbleibt in der Gülle. Dadurch lassen sich 200–300 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar ausbringen.
Nein, Methan bildet sich nur unter anaeroben Bedingungen. Auf dem Feld wird unter aeroben Bedingungen kein Methan freigesetzt.
Nach einer ausreichenden Wartezeit kann eine mit Eminex® behandelte Gülle in die Biogasanlage gegeben werden. Da zuvor kein Methan verloren geht, können die Methanerträge aus der Gülle sogar steigen. Um die notwendige Wartezeit zu bestimmen, empfehlen wir unseren „Wartezeit-Rechner“. Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Anwendungsberater.
Eminex® hat keinen negativen Einfluss auf die Ammoniakemissionen während der Lagerung. Kurz nach der Dosierung kommt es zu einer leichten Erhöhung des pH-Wertes. Während der Lagerzeit verringert sich dieser durch die Anreicherung von Fettsäuren wieder. In Großversuchen wurden dadurch teilweise geringere Ammoniakemissionen gemessen.
Zum Zeitpunkt der Gülleausbringung hat die mit Eminex® behandelte Gülle einen leicht geringeren pH-Wert. Dies kann das Ammoniakverlustrisiko reduzieren.
Eminex® reduziert die Lachgasemissionen um durchschnittlich 73 %. Dies liegt an der reduzierten Schwimmschicht-Bildung. Die Schwimmschicht ist Ursache für die Lachgasfreisetzung.
In Exaktversuchen in Deutschland und Dänemark konnten reduzierte Lachgasemissionen nach der Gülledüngung gemessen werden. Grund hierfür ist, dass sich der in Eminex® behandelte Gülle enthaltene Ammonium-N langsamer zu Nitrat-N abbaut.
JGS sowie Gärsubstrate und Gärreste aus Biogasanlagen werden nach AwSV als allgemein wassergefährdend (awg) eingestuft. Der Zusatz von max. 0,2 % Eminex® (WGK 2) verändert diese Einstufung nicht, da alle Bestandteile von Eminex® zum Zeitpunkt der Zugabe in Konzentrationen von < 0,1 % vorliegen. Damit bleibt die awg-Einstufung auf Grundlage der Bewertungsvorgaben für Gemische nach AwSV und gemäß dem Leitfaden des UBA unverändert bestehen. Der Einsatz von Eminex® hat daher keine Auswirkungen auf die Einstufung einer JGS-Anlage.
Bei steigenden Temperaturen nimmt die Methanfreisetzung deutlich zu. Daher ist es auch im Sommer wichtig, Emissionen zu reduzieren, obwohl die Lagerzeiten deutlich kürzer sind.
Der Abbau von Eminex® beginnt unmittelbar nach dem Einrühren. Abbaustudien des Fraunhofer-Instituts ergeben einen DT50-Wert für Calciumcyanamid von rund 5 Tagen.
Der Eisengehalt wirkt sich positiv auf die Geruchsbildung bzw. -freisetzung aus. Durch die Bindung, Umsetzung oder Reduzierung flüchtiger Schwefelverbindungen kommt es zu einer Verringerung der Schwefelemissionen und damit zu einer geringeren Geruchsbelastung.
Der Wirkstoff Calciumcyanamid baut sich über Stufen zu Ammoniumstickstoff und kleinen Mengen Dicyandiamid (DCD) ab. DCD selbst wird durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse zu Guanylharnstoff und schließlich zu Ammonium umgesetzt.
Nein. Bei sachgemäßer Anwendung besteht keine Gefahr von Rückständen in Milch und Fleisch. Dies wurde auch von unabhängiger dritter Stelle bewertet.
Ja, Eminex® ist bei sachgemäßer Anwendung sicher. Bei der Handhabung ist das Sicherheitsdatenblatt und Arbeitsschutz zu beachten:
Tragen von passender Arbeitskleidung:
- Schutzbrille
- Handschuhe
- Lange Arbeitskleidung
- Ggf. FFP2 Maske tragen
Transport und Handhabung:
- Beim Anheben, Transportieren und Leeren dürfen sich keine Personen unterhalb des Big Bags aufhalten.
- Das Anheben des Big Bags darf nicht ruckartig erfolgen, sondern muss gleichmäßig und vertikal stattfinden.
- Zum Anheben des Big Bags am besten einen Hebehaken verwenden. Das Equipment zum Anheben der Big Bags muss auf alle Fälle abgerundete Ecken haben
- Falls nur eine Paletten-Gabel zur Verfügung steht, sollten die scharfen Kanten umwickelt werden.
- Nutzen einer passenden Dosierhilfe, z.B. Vidbag, Eminex® Dosierhilfe.
Nein, Tiere dürfen nicht in Kontakt mit Eminex® kommen.
- Nitratgehalt:
Eminex® ist nahezu nitratfrei, um Lachgasemissionen zu vermeiden. Das in Perlka® enthaltene Nitrat würde in der Gülle zur Freisetzung von Lachgas und NOx führen und damit zu unnötigen, treibhausgasrelevanten Stickstoffverlusten beitragen. Die stark klebenden Eigenschaften von Nitrat führen außerdem dazu, dass sich Perlka® nicht auflösen kann. - Kornhärte:
Eminex® hat eine geringere Kornhärte als Perlka® – für eine bessere Auflösung und eine effektivere Wirkstofffreisetzung. - Zweckbestimmung:
Perlka® ist ein mineralischer Stickstoffdünger gemäß EU-Düngeprodukteverordnung (PFC 1(C)(I)(a)(i)). Im Gegensatz dazu ist Eminex® ein Aufbereitungshilfsmittel zur Verbesserung der Gülleeigenschaften gemäß deutscher Düngemittelverordnung.