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Kalkstickstoff Anwender Landwirte

Besteht eine Gefahr für Hunde oder Katzen durch Kalkstickstoffstreuung?

Es sind bisher keine nachteiligen Wirkungen bekannt geworden, wenn Hunde oder Katzen Zugang zu frisch mit Kalkstickstoff gedüngten Flächen erhalten. Der Kalkstickstoff hat einen abschreckenden Geruch und Geschmack, so dass die Aufnahme natürlicherweise von den Tieren gemieden wird. Als einzige Vorsichtsmaßnahme ist darauf zu achten, die Tiere unmittelbar während des Streuens fernzuhalten, damit eine spielerische Aufnahme der fliegenden Körnchen ("Fangen") verhindert wird bzw. keine Düngepartikel in die Augen oder Schleimhäute geraten.

 

Hilf Kalkstickstoff gegen Schnecken?

Kalkstickstoff hat eine relativ breite Wirkung gegen diverse Bodenlebewesen. Vor allem Nacktschnecken sind gegenüber dem Cyanamid relativ empfindlich. Das gilt in besonderem Maße für die Schneckeneier und die winzigen Jungschnecken. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Mikroorganismen, die durch Kalkstickstoff gefördert werden. Deswegen setzt man Kalkstickstoff ja auch erfolgreich bei der Kompostierung als Rottebeschleuniger ein. Es ist also keinesfalls so, dass Kalkstickstoff einen sterilen oder "toten" Boden hinterlässt. Im Gegenteil: langjährige Dauerversuche der TU München-Weihenstephan haben gezeigt, dass die biologische Aktivität des Boden nach jahrzehntelangem Einsatz von Kalkstickstoff höher war als beim Einsatz anderer Stickstoffdünger und sogar die biologische Aktivität der Stallmistvariante übertraf. Auch Regenwürmer werden bei sachgerechtem Einsatz von Kalkstickstoff nicht geschädigt: Sie wandern während der kurzen intensiven Cyanamidphase in tiefere Bodenschichten ab. Dies kann man auch bei vielen Komposthaufen beobachten, die trotz regelmäßiger Kalkstickstoffgaben auf die Oberfläche im Inneren eine schier unglaubliche Masse an Kompostwürmern beherbergen.

 

Kann ich Raps auch nach dem Auflaufen noch düngen?

Gut bewurzelte Kulturen mit unempfindlichem Blattwerk (Raps, Getreide, Sonnenblumen) können sogar eine Kopfdüngung mit bis zu 300 kg/ha Kalkstickstoff erhalten. Allerdings muss das Laub trocken sein, so dass die Düngerkörnchen nicht daran haften bleiben sondern bis auf den Boden durchrieseln. Wird auf bestehende Bestände gedüngt, müssen die Pflanzen unbedingt trocken sein, sodass kein Kalkstickstoff an den Blättern haften bleibt. Der Boden hingegen sollte etwas feucht sein.

 

Kann man Wurzelunkräuter (Quecke, Winde, Giersch) mit Kalkstickstoff bekämpfen?

Den Wurzelunkräutern ist mit auch Kalkstickstoff nur sehr schwer beizukommen! Da sich diese Pflanzen über Wurzelausläufer ausbreiten, die zudem auch noch aus teilweise großer Tiefe nach oben kommen, sind die Möglichkeiten des Kalkstickstoffs hier ziemlich begrenzt. Die Cyanamidphase des Kalkstickstoffs wirkt nur in den obersten 3-4 cm des Bodens und vernichtet dadurch die meisten aus Samen gekeimten und noch kleinen Unkräuter. Wurzelunkräuter wie z.B. der Giersch werden davon aber kaum beeinträchtigt.

Beim weiteren Eindringen in den Boden (z.B. durch Regen) wird das Cyanamid über Harnstoff zu Ammonium umgewandelt und wirkt dann als langsam wirkender Dünger. Wohl kann man mit Kalkstickstoff, auf einen nassen Gierschbestand gestreut, dessen Blätter kräftig verätzen, doch die Pflanzen treiben erfahrungsgemäß rasch wieder aus dem Boden nach.

 

Es ist daher angeraten, die Pflanzen immer wieder soweit als möglich und am besten mit möglichst viel Wurzelanteil auszureißen, damit sie keine Reserven in die unterirdischen Speicherorgane einlagern können. Giersch, Winde und Quecke werden dann von mal zu mal schwächer und verschwinden dann irgendwann ganz.

 

Lässt sich Spitzwegerich durch Kalkstickstoff verdrängen?

Spitzwegerich lässt sich im Grünland durch den Einsatz von Kalkstickstoff kontinuierlich zurückdrängen. Der beste Anwendungszeitpunkt liegt dabei im Frühjahr zu Vegetationsbeginn. Aufgrund seiner rosettenartigen Blattstellung ist der Spitzwegerich zu diesem Zeitpunkt, also bevor das Streckungswachstum einsetzt, besonders empfindlich gegenüber Kalkstickstoff. Insbesondere wenn der Dünger auf den taufeuchten Bestand (entgegen der üblichen Empfehlung!) gestreut wird, bleibt unverhältnismäßig viel Dünger auf den Rosetten kleben und führt dort zu starken Blattverätzungen.

Die Gräser haben zu diesem Zeitpunkt noch wenig aktive Blattfläche, die überdies schmalblättrig und mehr aufrecht stehend ist, so dass sich die Verbrennungen am Gras in Grenzen halten. Die Aufwandmenge sollte bei etwa 350 kg Kalkstickstoff pro Hektar liegen, das entspricht einer Gabe von 35 Gramm Kalkstickstoff je Quadratmeter.

Durch den anschließend einsetzenden Düngungseffekt wird vor allem das Wachstum der Gräser gefördert, die dann die Oberhand gegenüber dem Spitzwegerich gewinnen. Wird diese Prozedur in jedem Frühjahr wiederholt, wird der Spitzwegerich in zwei bis drei Jahren bis auf ein tolerierbares Minimum zurückgedrängt sein.

 

Was sind die optimalen Bedingungen zur Kalkstickstoffausbringung?

Die Düngung mit Kalkstickstoff erfolgt meist ein bis zwei Wochen vor der Aussaat oder dem Pflanzen, damit das Cyanamid bis dahin zu pflanzenverträglichen Verbindungen abgebaut werden kann. Intensiver Bodenkontakt durch flaches Einarbeiten, ein mäßig feuchter Boden sowie warme Temperaturen beschleunigen den Abbau des Cyanamids. Bei niedrigen Aufwandmengen (max. 300 kg/ha) und weniger empfindlichen Kulturen wie Raps, Mais oder Getreide ist eine Anwendung auch noch unmittelbar vor der Saat möglich.

Gut bewurzelte Kulturen mit unempfindlichem Blattwerk (Raps, Getreide, Sonnenblumen) können sogar eine Kopfdüngung mit bis zu 300 kg/ha Kalkstickstoff erhalten. Allerdings muss das Laub trocken sein, so dass die Düngerkörnchen nicht daran haften bleiben sondern bis auf den Boden durchrieseln. Wird auf bestehende Bestände gedüngt, müssen die Pflanzen unbedingt trocken sein, sodass kein Kalkstickstoff an den Blättern haften bleibt. Der Boden hingegen sollte etwas feucht sein.

 

Wirkt Kalkstickstoff auch gegen Hahnenfuß?

Kalkstickstoff übt einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft aus: Unkräuter werden durch seine herbizide Nebenwirkung zurückgedrängt, die wertvollen Untergräser durch seine lange anhaltende und gleichmäßige Stickstoffwirkung gefördert.

 

Gerade bei einem starken Besatz der Fläche mit Hahnenfuß lohnt sich die alljährliche Düngung der Weide mit Kalkstickstoff. Neben der direkten Wirkung durch seine herbizidähnliche Cyanamidphase wirkt Kalkstickstoff auch indirekt durch eine Verbesserung der Bodeneigenschaften: Hahnenfuß breitet sich besonders gern auf verdichtetem, feuchten Boden aus. Die intensive Kalkwirkung von PERLKA verbessert die Bodenstruktur, verhindert das Verschlämmen der Bodenoberfläche und fördert das Eindringen des Wassers in den Boden. Das verbessert die Lebensbedingungen für die Gräser und erschwert dem Hahnenfuß die Ausbreitung.

Mehrfach haben wurde von Pferdehaltern berichtet, dass sie auf diese Weise innerhalb von 2 bis 3 Jahren den Hahnenfuß weitgehend von der Fläche verdrängt hatten. Der ideale Anwendungstermin liegt auch hier zu Vegetationsbeginn im Frühjahr, die Aufwandmenge bei 300 bis 400 kg Kalkstickstoff je Hektar.